Doppelte Steuer lässt Kaffeepreise in Deutschland enorm erscheinen

KaffeesteuerKaffee zählt mit circa 150l pro Kopf im Jahr zu den beliebtesten Getränken in Deutschland. Leider muss man in Deutschland den Kaffee auch recht teuer bezahlen und es lässt sich dazu noch eine stete Preissteigerung beobachten.

Zwar ist Kaffee nicht das einzige Lebens- oder Genussmittel, wo sich der Preis ständig nach oben entwickelt. Als Ursache für die sich unaufhörlich nach oben drehende Preisspirale, werden Ernteausfälle angegeben. Starke Regenfälle, wie zum Beispiel auf Sumatra, führten zu Missernten. Doch auch politische Unruhen, wie an der Elfenbeinküste, beeinträchtigten den Kaffeemarkt. Hinzu kommt, dass Kaffee für die sogenannten Schwellenländer, wie China, immer interessanter wird. Denn dort steigt die Zahl der Kaffeetrinker, wodurch ein zusätzlicher Absatzmarkt entsteht. Steigende Nachfrage hat bekanntlich Einfluss auf den Preis. Der Grund, warum beim Kaffee Preis gerade in Deutschland die Steigerung so auffällig ist, liegt jedoch auch darin begründet, weil der Staat kräftig mitkassiert. Denn das aromatische Heißgetränk wird gleich doppelt besteuert. So wird beim Kauf von Kaffee nicht nur die Mehrwertsteuer, sondern auch die Kaffeesteuer fällig. Die wenigsten Endverbraucher ahnen, dass auf den Kaffeepreis eine zusätzliche Kaffeesteuer aufgeschlagen wird.

Diese Steuer ist eigentlich ein Relikt aus dem 18. Jahrhundert. Damals galt Kaffee als Luxusgut und demzufolge war die Kaffeesteuer eine Luxussteuer. Mittlerweile hat das Finanzministerium diese Luxussteuer zu einer Verbrauchssteuer erklärt und freut sich über Einnahmen von rund einer Milliarde per anno, die ihm die Kaffeetrinker meist unwissentlich bescheren. Denn die Kaffeesteuer ist alles andere als unwesentlich. Pro Kilogramm Röstkaffee will der Fiskus 2,19 Euro haben. Bei löslichem Kaffee sind es pro Kilogramm sogar 4,78Euro. Mit diesem Hintergrundwissen ist es nicht verwunderlich, warum die Kaffeepreise in Deutschland besonders enorm sind, bleiben doch circa 40% der Einnahmen in der Staatskasse hängen. Neben Deutschland gibt es lediglich in Dänemark sowie in Belgien ähnliche Bestimmungen.